Gentle-Curlies
Als Pferdehaarallergikerin und zusätzlich Mutter eines allergischen Kindes ist es nicht schwierig zu erklären, wie man
nun gerade auf die Curlies gekommen ist. Nach 10 Jahren unter “normalen” Pferden (in denen man so gut wie möglich
versucht hat zu ignorieren, dass es aus gesundheitlicher Sicht nicht sonderlich ratsam ist, sich intensiver mit Pferden
zu beschäftigen) und einer langen Erholungspause, war ein Neueinstieg in die Pferdewelt nur noch über die
außergewöhnlichen Lockenpferde möglich. Was von mir anfangs eher als große Einschränkung in der Rassenwahl
wahrgenommen wurde, wandelte sich schnell in Begeisterung und
heute sind diese Pferde meine große Leidenschaft.
So selten und exklusiv diese Pferde hierzulande waren (und
eigentlich auch noch sind) verlangte es schon einigen
Enthusiasmus und ein paar Autostunden Geduld, um diese Pferde
auch in natura kennenlernen zu können. Seit dem sehr netten
Besuch bei Nicole in Celle damals vor über drei Jahren flammte
die Idee vom eigenen Curly immer wieder auf. Aber wie sollte
man sich solch ein Pferd leisten? Wo sollte man es artgerecht
unterbringen, um wirklich keine allergischen Beschwerden mehr
zu haben? Letztes Jahr haben wir es dann einfach gewagt!
Nicoles erste Fohlen waren einfach zu bezaubernd! Wir waren
inzwischen zu einer großen
Familie mit drei Kindern, drei Hunden und zahlreichen Kaninchen gewachsen...und
unsere “alte” Reitponystute “Ria” aus meiner Jugendzeit hatten wir natürlich auch
noch. Ein Fohlen, das mit uns wächst und mir den Wiedereinstieg ins Pferdeleben
ermöglichte, war eine sehr beflügelnde Vorstellung! ...und das zu uns passende
Pferdekind war auch sehr schnell gefunden, als die kleine sechs Wochen alte
“Valentine” (heute unsere “Amy”) uns sofort ihre Ruhe und Freundlichkeit
demonstrierte, indem sie der etwas ungestümen Begrüßung unserer damals
dreijährigen Tochter ganz gelassen entgegensah. Es war Liebe auf den ersten Blick
und ich warf sofort alle meine Vorstellungen von besonderer Fellfarbe, etc. über
Bord - ein Pferd in genau dieser
Fellfarbe und mit ähnlichem
Abzeichen hatten wir zwar schon,
aber wahrscheinlich sind die Braunen
auch einfach die besten? Sie war
jedenfalls die Richtige für uns und sie bestätigt es uns jeden Tag aufs
Neue!  Zu unserem großen Glück war das Problem der allergiker- und
trotzdem pferdefreundlichen Unterbringung schnell geklärt, denn zu
genau der Zeit, zu der wir es brauchten, öffnete der “AMMA-Hof” seine
Pforten und ermöglichte es uns, unsere kleine Curly-Stute auch wirklich
unter Curlies halten zu können. Nur
ein gleichaltriger Spielkamerad
bereitete mir noch Kopf-
zerbrechen..und so entschieden wir uns, auch “Valentines” Freundin “Red Rose”
(heute “Ronja”) zu uns zu holen...dann konnte ich endlich ruhig schlafen und musste
“nur noch” einige Monate ungeduldiges Warten (und heldenhaftes Geldsparen!)
überstehen. Inzwischen sind die beiden Pferdebabys junge Damen geworden, die
unterschiedlicher nicht sein könnten, aber dazu mehr auf ihrer eigenen Seite!
Was uns anbetrifft, so ist im Laufe der Zeit aus
der Idee, ein eigenes Curly als Reitpferd zu
haben (und vielleicht mal ein Fohlen aus
unserer Stute zu ziehen) das große Vorhaben
geworden, in kleinem Rahmen Curlies mit
ausgesprochen ruhigem und freundlichem
Charakter und belastbaren Nerven zu züchten.
Es geht nicht um Größe, nicht um besondere Leistungsfähigkeit, nicht um Gangvielfalt
oder besonders prachtvolles Aussehen, sondern um Familienpferde, von denen es
ruhig kleinere geben darf, um Partner, die sich wahrscheinlich nie auf höheren
Turnieren beweisen müssen, sondern als gelassene und unerschrockene Freizeit- und
Geländepferde ihre großen und kleinen Reiter heil und glücklich wieder nach Hause
bringen...
Ein Punkt, der uns auch sehr wichtig ist: Unsere Pferde sollen bezahlbar sein! Gerade
bei den Culy Horses ist es hier in Deutschland (und anderen europäischen Ländern)
vor allem eine Frage des Geldes, ob man sich den Wunsch vom eigenen Curly erfüllen
kann oder nicht. Für Pferdehaarallergiker, die zwischen den Pferderassen keine Wahl haben, können die aktuellen Preise
selbst für Absatzfohlen bedeuten, dass ihnen die Möglichkeit, doch wieder regelmäßig zu Pferden Kontakt zu haben und
reiten zu können, verwehrt bleibt! Was ganz sicher sehr frustrierend ist!
Es ist, zumindest aus unserer Sicht, wünschenswert, dass sich die Curlies mit dem Zuwachs ihrer Population im Preis zu
akzeptableren Größen entwickeln. Das ist unsere Meinung und soll nicht heißen, dass wir irgendeine Preispolitik betreiben
wollen! Bei ca. zwei Fohlen im Jahr ist dies sowieso undenkbar. Es bedeutet für uns nur, dass wir unsere selbst
gezogenen Fohlen/Jungpferde hauptsächlich an pferdeliebende Menschen abgeben wollen, die ihre Pferde artgerecht
halten und versorgen möchten und als FreizeitPARTNER sehen. Das erfordert wohl in vielen Fällen “Platz vor Preis”,
denn oft hat der geignetere, liebevollere Mensch nicht auch gleichzeitig den größeren Geldbeutel :-).